Der Markus in Mexiko


Blog
Archiv
Abo
Gästebuch
Kontakt
Suche
RSS-Feed
Blog weiterempfehlen
Zu Favoriten
Gratis bloggen bei
myblog.de


























Hamburg --> Paris --> Mexico City

Tja, was gibt es über den Flug groß zu berichten? Leider war das Entertainmentsystem an Board futscht - also gab es während des knapp 12 Stunden Flug keine Spielfilme zu sehen, aber dank netter Sitznachbarn (eine Mutter mit Tochter aus den Staaten, die seit drei Jahren in La Paz ein Bed&Breakfast betreibt) war auch das kein Problem.

Durch den Zollkontrolle kam ich dank Zufallsprinzip ohne Weiteres durch, sonst hätte ich wohl die Hälfte meiner Mitbringsel (unter anderem etliche Tüten Haribo) gleich mal abgeben oder auf der Stelle auffuttern müssen. Kathrin hat mich direkt dort abgeholt und weiter ging es mit dem Taxi in die Innenstadt, wo sie ihre Wohnung hat.

Ziemlich geschlaucht und vom Jetlag gezeichnet sind wir nach Austausch vom neuesten Klatsch und Tratsch (wer mit wem wo und wann) dann auch ziemlich bald schlafen gegangen. Buenas noches |-)

1.6.07 17:25


Mis primeras impresiónes de México D.F.

Buenos dias amigos!

Während Kathrin also am nächsten Morgen sehr früh raus musste um zu arbeiten habe ich erst mal ausgeschlafen um dem Jetlag ein bisschen Paroli zu bieten. Gegen halb zwölf hab ich mich dann auf die Straße gewagt, um die Stadt auf eigene Faust ein wenig zu erkunden.

Auffällig sind die vielen bochos - es kommt einem fast vor als sei jedes zweite oder dritte Auto eines dieser VW Käfer, meist ein grün-weißes Taxi. Sie sind überall und zu jeder Zeit zu sehen, so also auch gleich bei meinem ersten Blick aus der Haustür:

Kaum drei Minuten auf der Straße wurde ich auch gleich angesprochen, aber trotz mehrmaligen Wiederholens hab ich nicht verstanden, was der coole Mexi mit der Kappe von mir wollte. Als er dann "nariz, nariz" sagte und dabei eine Schnupfgeste machte wurde es mir klar und ich lehnte dankend ab...

Erstmal musste ich mir Geld besorgen, denn ohne kommt man ja bekanntlich nicht weit. Also habe ich mein eingerostetes Spanisch ausgepackt und nach einer Bank gefragt. Nach mehreren izquierdas und derechas bin ich dann auch angekommen und habe erfolgreich einige Tausend Pesos abgehoben. Nachdem ich auch noch die geliehene mexikanische Handykarte aufgeladen hatte (wer mich dringend erreichen muss oder mir auch nur ne nette SMS schicken möchte: +52 811 041 20 70) konnte die Entdeckungsreise also losgehen.

Erstmal bin ich zum bekannten Zócalo, einem großen Platz, den mehrere erstklassige Hotels, den Sitz des Präsideten, die größte Kirche des Landes und das Rathaus säumen. Hier wurde gerade ein Boxkampf in einer mobilen Kampfarena vorbereitet, gleich nebendran spielte eine Band auf einer Bühne und daneben zeigten Skater ein paar Kunststücke. Von dort aus ging es die Avenida 5 de Mayo runter zu einer der Prachtstraßen Mexico Citys, der Paseo de la Reforma.

Die Mexikaner arbeiten viel und hart, wissen aber doch ihr tägliches Leben zu genießen, sei es bei einer siesta im Park, durch eine Pause beim Schuhputzer, die es an jeder Ecke gibt (es scheint, als müsste jeder Mexikaner täglich seine Schuhe putzen lassen) oder bei einer Partie Schach mit Freunden.

Entlang der Prachtstraße gab es ein unglaubliches Polizeiaufgebot und nach ein wenig Recherche und mehrmaligem Nachfragen erfuhr ich, dass gegen eine anstehende (Gesundheits?)Reform demonstriert und protestiert wurde. In einem Dunkin' Donuts holte ich mir erstmal zwei Kugeln Eis - und nachdem die Bedienung erfahren hatte, dass ich aus Alemánia bin zählte er mir nicht nur alle bekannten deutschen Fussballspieler auf und erklärte mir, dass er Borussia Dortmund am liebsten spielen sieht, nein, er zeigte mir zum Abschied auch noch den Hitlergruß... Mein Spanisch war leider nicht ausreichend, um mich auf eine Diskussion einzulassen, jedoch hat es gereicht um ihm zu sagen, dass man das nicht macht.

Weiter ging es also auf der Prachtstraße, um wenige hundert Meter weiter eine weitere, durchaus anders geartete Demonstration vorzufinden, diesmal ohne Polizei. Die Mexis wissen offensichtlich, wie man Aufmerksamkeit erregt:

Definitiv mehr als ich sehen möchte (nein, die Damen tragen keinen schwarzen Tanga...), aber irgendwie fand ich die Idee, auf diese Weise zu demonstrieren durchaus sehr effektiv.

Ziel meines Ausflugs war der große Stadtpark, der unter anderem mehreren Seen, einen botanischen sowie einen zoologischen Garten und das Museo Nacional de Antropología umfasst. Leider war es schon später Nachmittag, so dass ich nicht annähernd genug Zeit für das Museum mitgebracht habe, aber die kleine Auswahl, die ich mir angeschaut habe war sehr interessant und aufschlussreich. Es ist also durchaus empfehlenswert, vor allem wenn man ein bisschen mehr Zeit mitbringt.

Von dort aus hab ich mich dann auf den Rückweg gemacht, und zwar mit der Metro. Diese ist mit 2 Pesos (ca. 15 cent) unglaublich günstig - aber leider ebenso unglaublich überfüllt und chaotisch. Von Rücksicht gegenüber Frauen oder gar Touristen gibt es keine Anzeichen, den Ein- und Ausstieg muss man sich regelrecht erkämpfen. Aber gut, wer will bei dem Preis meckern?

Zurück in Kathrins Wohnung in der Avenida 20 de Noviembre war erst mal kurz dicke Luft - ich hatte vergessen die Küchen- und Zimmertür zuzumachen und daher hatte die kleine Picolina (Kathrins süßes Hündchen) die Wohnung in ein Chaos verwandelt und ihre Pflanzen nicht nur zerstört, sondern auch noch schön in der ganzen Wohnung verteilt - disculpa! Zu meiner Verteidigung: Kathrin hatte es auf die Rückseite des Zettels geschrieben, die ich leider nicht beachtet hatte...

Nachdem die Wohnung also wieder in ihren Ursprungszustand hergestellt war sind wir zusammen in eine typisch mexikanische Bar und haben uns dort erst mal tacos und tortas (etwa warme, belegte chiabatta-ähnliche Brötchen, üblicherweise mit Fleisch, Avocado, Chili etc.) sowie zwei dunkle mexikanische cervezas schmecken lassen. Für Kathrin war es allerdings offensichtlich doch zu scharf...

Geschlaucht von dem doch ganz schön langen Spaziergang durch die Stadt und den vielen primeras impresiónes sind wir dann relativ früh zurück in die Wohnung und schlafen gegangen. Mal sehen, was der morgige Tag bringt!

Muchos saludos, besos y abrazos de aquí. Hasta luego.

1.6.07 19:49


Bloggin'@Starbucks

Hola mis amigos,

den heutigen Vormittag habe ich bei zwei Café Latte Venti, nem Brownie de Oreo und viel Bob Marley im Starbucks verbracht um euch hier mit den letzten Einträgen zu versorgen. Kathrin arbeitet heute nur einen halben Tag, deswegen mache ich mich jetzt auf den Weg zurück in ihre Wohnung. Wir gehen dann später mit ihrer süßen Picolina zum Tierarzt, um sie ein letztes Mal durchzuchecken - sie war nämlich ein ganz schön krankes Straßenhündchen, als sie gefunden wurde.

Für Samstag hat Kathrin ein kleines Get-Together mit ihren Freundinnen und Freunden geplant, um meine Ankunft zu feiern und um mir das Nachtleben Mexico Citys zu zeigen. Dafür gehen wir später also einkaufen. Sobald ich wieder die Möglichkeit hab, schreibe ich euch Neuigkeiten.

1.6.07 21:30


En el camino hacia el super...

Gestern waren wir also nicht mehr für die fiesta heute Abend einkaufen, dafür haben wir uns leckere quesadillas und einen Salat gemacht und sind anschließend mit einem der grün-weißen bocho-Taxis zum Tierarzt gefahren. Die eigentliche Behandlung - eine Spritze - hat etwa 3 Minuten gedauert, der Besuch insgesamt ne gute halbe Stunde, denn man hat ja Zeit und kann sich bei der Gelegenheit auch noch über Gott und die Welt unterhalten. Jedenfalls hat der Doc dann irgendwann vorgeschlagen, mich mit in Nachtclubs und Table Dance Bars mitzunehmen, da ich ja als Deutscher die Frauen anziehen würde und er dann auch mal eine abbekommen würde :-D

Auf dem Weg zum Supermarkt sind dann noch folgende Bilder entstanden - man beachte im ersten Bild, dass an dem bocho tatsächlich gerade rumgeschraubt wird...

Auf dem Rückweg war ich noch en una tienda de bebidas espirituosas und habe - der Empfehlung meiner Sitznachbarin beim Herflug folgend - den sündhaft teuren Tequila 1921 gekauft. Ich bin gespannt, ob er sein Geld wert ist. Aber eins steht fest: nunca más Sierra Tequila en Alemania!

2.6.07 16:19


Bazar Sábado en San Angel

Gestern habe ich mich dann per Metro und Metrobus auf den Weg in den Stadtteil San Angel gemacht, wo jeden Samstag der bazar sabado stattfindet - ein wunderschöner Markt mit artesanía, also Kunsthandwerk in allen möglichen Formen und Farben. Vor allem Gemälde, aber auch Schnitzereien, Schmuck, Decken, Tücher und allerlei dekorativer Kleinkram.

Auf dem Rückweg hab ich dann Kathrin bei ihrer Arbeit abgeholt und wir haben uns als Snack einen cóctel de jicama y pepino con chamoy gegönnt - frisch geschnittes Gemüse mit einer süßsaueren Chilisoße - ungewöhnlich aber sehr lecker und dazu noch sehr gesund!

Dann folgte ein längerer Einkaufsmarathon, um für die fiesta am Abend alles zu besorgen. Erst zu Walmart, dann zur Gemüsehändlerin auf der Straße für die besten Avocados, zu Waldo's, dem mexikanischen Äquivalent zum Ein-Euro-Laden, zu Oxxo um Bier zu holen und schließlich noch zu einem Restaurant, um dort alambre de res zu besorgen - gebratene Fleischstückchen mit Zwiebeln, Paprika und Käse um die Tacos später auch mit etwas füllen zu können.

Um den vorab aber erstmal den kleinen Hunger zu stillen haben wir uns auf der Ecke noch tortas geholt - meine torta ranchera con milanesa y pastor war gut scharf, sehr lecker und definitiv mehr als nur für den kleinen Hunger.

3.6.07 23:14


Karaoke divierta también en México...

Abends kamen also Freunde von Kathrin vorbei und wir haben uns die tacos con alambre de res, cerveza y tequila schmecken lassen während ich versucht habe, mein Spanisch einzusetzen. Leider kam das noch nicht so locker über die Lippen, ich sollte dringend nochmal die Bildung des indefinido anschauen, mit dem presente klappt es ja einigermaßen...

Gesättigt und durch ein paar cervezas belustigt hab ich dann meine "Karaokemaschine" angeworfen, Kathrin hat das Skype-Headset ihrer Schwester geholt und die Party nahm ihren Lauf... Selbst Kathrin hat nach anfänglicher Schüchternheit und ihrem ersten Lied "Pack die Badehose ein" ein Lied nach dem anderen gesungen - dabei ein paar echte Klassiker wie "Saturday Night" von Whigfield, "Dragostea Din Tei" und auch der gute alte Dieter Thomas Kuhn kam zum Einsatz. Die Mexis haben sich natürlich auf die spanischen Lieder konzentriert und haben trotz des relativ schlechten Mikrofons beachtliche Gesangsleistungen gezeigt. Jedenfalls hatten wir in der cocina Luke jede Menge Spaß bis spät in die Nacht und mussten gar nicht mehr losziehen. Vielleicht sollte ich als Karaoke-Missionar durch die Welt reisen - das würde mir definitiv Spaß machen...

Durchaus als gesanglicher Höhepunkt zu betrachten war "Bohémian Rhapsody" von Queen, gesungen von Altayra, Kathrin und mir:

Picolina war natürlich die ganze Zeit mitdrin statt nur dabei

und erschöpft vom Gesang musste sich der ein oder andere ausruhen...

3.6.07 23:16


The guy who eats snakes and the place of sacred transcendental divine energy - Tlacoli & Teotihuacán

Gestern haben Kathrin und ich einen Ausflug ins 50 km nordöstlich von Mexico City gelegene Teotihuacán gemacht - eine bzw. die archäologische Ausgrabungsstätte und Weltkulturerbe in der weiteren Umgebung der Stadt. Zur ihrer besten Zeit war sie die größte Stadt des amerikanischen Kontinents.

Wir haben uns einen Guide besorgt - Victor bzw. Vickis. In der Sprache der Azteken Nauhatl heißt er Tlacolí - der Mann der Schlangen isst. Er ist direkt neben der Stätte aufgewachsen und hat auch einige Anekdoten aus seiner Kindheit, von seiner Mutter und Großmutter erzählt, es war also durchaus mehr als eine 08/15-Führung.

Die beeindruckensten Gebäude der Stätte sind die Pirámide del Sol und die Pirámide de la Luna, also die Sonnen- und Mondpyramide. Die größere der beiden, die Sonnenpyramide, ist immerhin die drittgrößte Pyramide der Welt und wurde 150 n. Chr. fertiggestellt. Sie wurde - laut Lonely Planet - aus 3 Mio. t Steinen zusammengesetzt, und das ohne die Hilfe von Metallwerkzeug, Lasttieren oder des Rads.

Templo de Quetzalcóatl in der Ciudadela:

Kathrin beim Aufstieg der Treppe (mit etwa 100% Steigung):

Pfeilspitzen aus obsidiana - natürlich vorkommendes, vulkanisches Gesteinsglas:

Vickis spielt beim Aufstieg gerne mal Flöte, während uns dabei die Luft ausgeht - immerhin befinden wir uns hier etwa 2800 m über dem Meeresspiegel!

Vickis in Aktion:

Die Stätte wurde mehrfach ausgebaut und erweitert - hier sieht man drei Treppenfragmente, die zu unterschiedlichen Zeiten entstanden:

Freigelegte Reste von Gemäuer, die ursprünglich den Wohnraum der Teotihuacános begrenzte:

Viele Tempel und Gebäude sind noch nicht freigelegt und sind überwuchtert, vor allem mit Kakteen:

Die große Pirámide del Sol - 248 große Stufen führen zur Spitze:

Freigelegtes Gemäuer entlang der Calzada de los Muertos - der Hauptstaße Teotihuacáns:

Die Pirámide de la Luna - leider hat sich da irgendein Touri ins Bild gemogelt:

Kathrin, Vickis und ich am im Palacio de Quetzalpapálotl:

Blick durch eine Tür des Palacio de Quetzalpapálotl auf den Plaza de la Luna:

Panorama aus knapp 3000 m Höhe - Sicht von der Spitze der Sonnenpyramide:

5.6.07 18:07


 [eine Seite weiter]